Pädagogisches Spielzeug ab 18 Monaten

Endlich! Der lang ersehnte Familienzuwachs ist da und bereichert Ihr Leben. Eine rasante Entwicklung, die so ein kleiner Mensch direkt nach der Geburt hinlegt. Trinken lernen, Schlafen im eigenen Bett, Selbstwahrnehmung und das Erforschen einer neuen und unbekannten Welt: spannend, was in den ersten Lebensmonaten und Jahren passiert. Spätestens, wenn Ihr Baby aktiver wird und versucht, mit Ihnen auf seine Weise zu kommunizieren, werden Sie sich die Frage stellen, die sich alle Eltern früher oder später stellen: kann ich mein Kind unterstützen? Beim Lernen und Entdecken helfen?

Spielmaterial in Hülle und Fülle

Generell gibt es eine so große Auswahl an Spielzeug für Babys, sodass die Auswahl zunächst sehr schwer fällt. Ein Besuch im Fachhandel ist nicht mal eben schnell erledigt, zumindest wenn man nicht explizit auf der Suche nach etwas Bestimmten ist. Bunte Farben, Plastik, Geräusche und Musik, die selbst einen Erwachsenen schnell überfordern können? Oder doch lieber etwas Klassisches, Stabiles, eventuell aus Holz oder Stoff?

Was gefällt meinem Kind?

Zunächst einmal sollte man sich wohl in sein Kind hineindenken: was gefällt ihm, was entspricht seinem Naturell? Natürlich begeistert es sich sicherlich kurzzeitig für etwas singendes oder ein Spielzeug, dass zum Beispiel selber fahren oder sich bewegen kann. Aber wie lange ist so etwas wirklich interessant und lernt das Baby dabei tatsächlich etwas? Vor allem muss man sich auch die Frage stellen, ob ein so kleiner Mensch denn überhaupt schon etwas “lernen” muss.

Entdecken und ausprobieren stehen im Vordergrund

Zunächst einmal: pädagogisch wertvolles Spielzeug heißt nicht automatisch, dass man etwas “lernen” soll. Der Grundgedanke ist viel mehr, dass sich Ihr Baby beim Spielen erleben und seinem natürlichen Forschungsdrang nachgehen kann. Pädagogisches Spielzeug lässt freie Auswahl, was gespielt wird. Oft kann mit einem einzigen Spielzeug eine so große Vielzahl an verschiedenen Spielen ausprobiert werden, dass wenig Material Ihr Baby stundenlang beschäftigen kann. Schon mit wenigen Monaten kann Ihr Baby ohne Ihre Hilfe und Unterstützung Erfahrungen sammeln. Keine Erklärungen oder Hilfestellungen, sondern einfach frei nach Bedürfnissen spielen!

Weniger Reizüberflutung durch ruhiges Spielzeug

Montessori? Dieser Name ist sicher jeder Mutter oder Vater ein Begriff. Die Namensgeberin Maria Montessori macht in der nach ihr benannten Pädagogik deutlich: weniger ist oft mehr, eine Überflutung von Reizen sogar eher kontraproduktiv. Beobachtet man Babys und Kleinkinder wird schnell klar, dass die kleinen Forscher und Forscherinnen einfach nur ausprobieren wollen. Und das am Liebsten mit allen Sinnen! Pädagogische Spielzeuge findet man in vielen weiteren Bereichen. Motorik, also reine Bewegungsabläufe können trainiert und gefördert werden, indem die Kleinen klettern, rollen oder rutschen können. Hier gibt es tolle Geräte, die sich quasi im Miniformat in Ihrem Zuhause unterbringen lassen. Auch die Sensorik, das Erfassen und Erfühlen mit den Fingern spielt bei dieser Spielzeugart eine große Rolle. Ist der schlichte rote Holzstein nur hart? Oder ist dort eventuell noch etwas weiches versteckt? Kitzelt es, wenn ich damit meine Backen berühre? Sie werden begeistert sein, mit welcher Ausdauer Ihr Baby diese scheinbar primitiven Dinge entdeckt und erlebt! Hören und sehen, versteckte Glöckchen und Bilder, die erst durch Schütteln oder drehen gefunden werden, stimuliert mit wenig Aufwand sämtliche Sinne Ihres Kindes.

Verschiedene Arten von pädagogischem Material

Wer an bunte Bauklötze denkt, hat nicht ganz unrecht. Der Klassiker kann definitiv als Evergreen unter den Spielzeugen bezeichnet werden. Für die Allerkleinsten reicht hier eine Handvoll, um sie stundenlang beschäftigen zu können. Schieben, rollen, werfen, eventuell auch schon erste Stapelversuche, alles kann ausprobiert werden. Das Tolle an pädagogischem Spielzeug ist, dass es keine wirkliche Altersbegrenzung gibt. Auch ein Vierjähriger baut und konstruiert gern, natürlich auf andere Art als ein eineinhalbjähriges Kleinkind, aber das Interesse ist ungebrochen. Man kann durchaus sagen, dass die Lebensdauer der Spielzeuge enorm ist und viele Altersgruppen begeistert.

Profitieren von lehrreichen Spielsachen

Wie unterstützen Sie Ihr Kind beim Forschen und Entdecken? Indem Sie das richtige Material zur Verfügung stellen. Sie fördern so bereits sehr bald das Grundverständnis für räumliches Sehen sowie logische Abläufe und Zusammenhänge. Besonders häufig taucht in der Fachliteratur der Begriff “Feinmotorik” im Zusammenhang mit Babys und Kleinkindern auf. Gemeint ist das gezielte Greifen und Halten von Gegenständen. Aber auch das Tasten und Drehen gehört dazu.

Nehmen wir ein Kinderspielzeug für ein 18 Monate altes Baby. Könnte beispielsweise ein Spielzeughaus aus Plastik sein, in allen möglichen bunten Farben, vielen Knöpfen und Tasten zum Drücken. Nach Möglichkeit noch mit Musik, die laut spielt und Türen, die geöffnet werden können. Das war alles? Sie irren sich, da geht noch mehr! Ein Dach zum Auf- und zuklappen, Plastikbechern, die man hineinwerfen kann, und so weiter. Wahnsinn, oder? Wenn Sie sich jetzt nur allein vorm Durchlesen überfordert fühlen, was muss dann erst Ihr Kleinkind empfinden, wenn Sie ihm stolz sein neues Spielzeug präsentieren? Richtig, es wird definitiv erst mal erstarren und aus dem Gucken gar nicht mehr herauskommen. Das muss jetzt ja nicht zwangsläufig schlecht sein und nicht jedes Spielzeug dieser Art ist per se schlecht und nicht wertvoll im pädagogischen Sinne. Nein, es ist schlichtweg einfach zu viel. Zu viel, was das Kind entdecken kann. Zu viel, dass das Kind damit gar nicht richtig spielen oder sich beschäftigen kann, weil die Ablenkung zu groß ist. Versetzen Sie sich in Ihr Kleinkind: wenn es die Türe öffnet, erklingt Musik. Und diese Musik ist so spannend, dass es eventuell ganz vergisst, dass die Türe auch wieder geschlossen werden kann. Sprich, im motorischen Sinne fehlt nun die “Bewegung”, das Schließen der Türe. Was natürlich nicht schlimm ist, wie gesagt muss ein Baby oder Kleinkind nicht lernen im Sinne von Lernen. Aber so fehlt ihm die spielerisch-lehrreiche Komponente. Fraglich ist zudem, wie lang ein solches Spielzeug tatsächlich spannend und interessant ist. Jeden Tag dasselbe Lied, Blinken, Rattern, Rasseln? Wird auf Dauer vielleicht doch etwas öde und so landet das Spielzeug möglicherweise schnell in der Ecke. Was zusätzlich fehlt: das Auge wird zwar auf den ersten Blick hin definitiv angesprochen, bunte Farben, kindgerecht gestaltet. Aber die Fantasie wird ein bisschen ausgebremst, Fantasie im Sinne von selber machen, selber bauen. Weil, logisch, das Haus nicht erst gebaut werden muss, es ist ja bereits komplett fix und fertig und kann bespielt werden. Legen Sie Ihrem Kleinkind nun mal schlicht ein paar Holzklötze hin, die natürlich auch bunt sein dürfen. Nun kann es überlegen, was es denn damit machen könnte. Stapeln? Einen Turm vielleicht, oder ein Haus? Mama und Papa können helfen, sodass auch schon die Kleinsten ihr erstes Bauwert kreieren können.

Schlechtes Spielzeug?

Es gibt kein wirklich schlechtes Spielzeug, was Sie Ihrem Kind kaufen oder schenken können. So allgemein lässt sich das sicher nicht sagen. Wer Spielzeuge innerhalb der EU kauft, sollte davon ausgehen dürfen, dass diese zertifiziert sind, was Schadstoffe, Weichmacher und sonstige Gefahrenquellen angeht. Die Frage ist eher, womit und wovon Ihr Kind am meisten profitiert und womit Sie seine Entwicklung unterstützen können. Wägen Sie ab, beobachten Sie, was Ihr Baby fasziniert und wählen Sie danach aus. Eine kleine Auswahl an Spielmaterial, das die Bereiche Motorik und Sensorik anspricht und die fünf Sinne fördert und anregt, reicht, um Ihr Kind für viele Stunden zu beschäftigen. Diese Materialien müssen nicht teuer sein, man muss auch in kein Spezialgeschäft – schlichte Bausteine aus Holz gibt es in vielen gut sortierten Drogerien oder Supermärkten. Spielen und gleichzeitig lernen, hochwertiges und langlebiges Material und dezente Aufmachung, das macht pädagogisch wertvolles Spielzeug aus.